"Zölle sind ein Fehler": Meloni wirbt für Freihandelszone mit den USA
Giorgia Meloni plädiert für eine neue transatlantische Freihandelszone. Die italienische Regierungschefin will den Zollkonflikt zwischen EU und USA beenden und pocht auf die Umsetzung des zuletzt vereinbarten Handelsabkommens.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni möchte, dass die Europäische Union (EU) eine Freihandelszone mit den USA bildet, um den transatlantischen Zollstreit zu überwinden. Zudem drängt sie darauf, dass die EU das im vergangenen Sommer mit den USA geschlossene Handelsabkommen umsetzt. Dieses ist ins Wanken geraten, nachdem der US-Supreme-Court einen Teil der Befugnisse von US-Präsident Donald Trump zur Verhängung von Zöllen aufgehoben hatte.
"Ich halte die Zölle zwischen Europa und den USA für einen Fehler", sagte Meloni in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Bloomberg". "Wir sollten in eine diametral entgegengesetzte Richtung gehen – wir sollten uns auf eine Freihandelszone zubewegen."
Gespräche seit 2016 ausgesetzt
Die EU und die USA hatten ihre Gespräche über eine Freihandelszone im Jahr 2016 aufgegeben, nachdem Bemühungen um eine deutliche Senkung von Zöllen und den Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse in mehreren Mitgliedstaaten auf Widerstand gestoßen waren. Der Umgang mit Agrarprodukten erwies sich in den Verhandlungen als unüberwindbares Hindernis.
Balanceakt gegenüber Washington
Meloni verfolgt gegenüber der Regierung Trump seit Längerem einen Balanceakt – bemüht, ein positives Arbeitsverhältnis mit dem amerikanischen Präsidenten herzustellen.
Italien habe eine Rolle bei der im vergangenen Sommer besiegelten EU-US-Vereinbarung gespielt, sagte sie. Ihre Haltung zu Zöllen sei jedoch klar. Die USA sind Italiens zweitgrößter Exportmarkt. "Wir haben versucht, die Lage so weit wie möglich zu entschärfen – kurz gesagt, um eine nachhaltige und vernünftige Vereinbarung anzustreben", sagte Meloni. (mb/Bloomberg)













