Der Goldpreis stieg am Montag (10.11.) den zweiten Tag in Folge, da die Abschwächung der US-Wirtschaft die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinssenkung im kommenden Monat erhöht – und damit die Fortschritte bei der Beilegung des Regierungsstillstands in Washington in den Hintergrund drängt.

Das Edelmetall verteuerte sich zuletzt um 1,9 Prozent auf 4.076 US-Dollar je Feinunze, nachdem es die Vorwoche kaum verändert beendet hatte. Damit baut Gold die Gewinne vom Freitag aus, als ein Index zur US-Verbraucherstimmung auf einen der niedrigsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen gefallen war – belastet durch den anhaltenden Shutdown und steigende Preise. Ein Bericht am Vortag hatte zudem auf eine Abkühlung am Arbeitsmarkt hingewiesen.

Politische Blockade in Washington vor möglicher Lösung
Die seit Langem andauernde politische Blockade in Washington scheint sich ihrem Ende zu nähern. Laut Kreisen hat sich eine Gruppe gemäßigter demokratischer Senatoren darauf geeinigt, einen Kompromiss zur Wiedereröffnung der Regierung zu unterstützen. Aufgrund der Aussetzung der Datenerhebung musste die US-Notenbank Federal Reserve ihre Entscheidungen zuletzt weitgehend ohne aktuelle Wirtschaftsdaten treffen, während sie versucht, hohe Inflation und einen schwachen Arbeitsmarkt auszubalancieren.

Zinssenkungserwartungen stützen Goldpreis
Die schwachen Signale vom US-Arbeitsmarkt hätten die Erwartungen verstärkt, dass die Fed im kommenden Monat die Zinsen senken könnte, sagte Riya Singh, Analystin bei Emkay Global Financial Services in Mumbai. "Allerdings könnte der Optimismus über eine mögliche Lösung des lang anhaltenden US-Regierungsstillstands den weiteren Aufwärtstrend von Gold etwas bremsen", fügte sie hinzu.

Anhaltende Unterstützung durch Zentralbanken
Gold hat seit seinem Rekordhoch von über 4.380 Dollar je Feinunze Mitte Oktober rund sieben Prozent verloren, liegt im bisherigen Jahresverlauf jedoch mehr als 50 Prozent im Plus. Die meisten Faktoren, die die starke Rally befeuert haben – anhaltende wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten sowie umfangreiche Käufe durch Zentralbanken und Privatanleger – bestehen weiterhin.

Die People's Bank of China – ein wichtiger Käufer, der zur Rally beigetragen hat – hat ihre Goldreserven im Oktober den zwölften Monat in Folge aufgestockt, wie aus am Freitag veröffentlichten Daten hervorgeht. Auch goldgedeckte ETFs verzeichneten in den vergangenen beiden Handelssitzungen Nettozuflüsse.

Fed-Politik wieder im Fokus der Märkte
"Wenn das Risiko eines Regierungsstillstands abnimmt, richten Investoren ihre Aufmerksamkeit oft wieder auf den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve", sagte Vasu Menon, Anlagestratege bei Oversea-Chinese Banking. "Wenn die Beendigung des Shutdowns bedeutet, dass die Regierung die verzögerten Wirtschaftsdaten veröffentlichen kann, gibt dies der Fed Spielraum, ihre Politik früher zu lockern, sollten die Daten ein nachlassendes Wachstum zeigen." (mb/Bloomberg)