Die Anleihen einiger Schwellenländer bringen wieder positive Realzinsen oberhalb der lokalen Inflationsraten. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Analysten Pascal Kielkopf vom Multi-Family-Office HQ Trust hervor. Er hat die Inflationsraten von wichtigen Industrie- und Schwellenländern seit Jahresbeginn mit den Renditen der einjährigen Staatsanleihen im Land verglichen – jeweils in Lokalwährung. Ergebnis: "Durch die steigenden Zinsen sind die Inflationsraten in vielen Ländern rückläufig – in einigen Schwellenländern notieren die Realzinsen bereits wieder positiv", sagt der Analyst. "So liegen in Brasilien, Südafrika, Mexiko und Indien die Zinsen über den jeweiligen Inflationsraten."

Die Industriestaaten hätten deutlich später mit steigenden Zinsen der Inflation entgegengewirkt, sagt Kielkopf. "Hier sind die Realzinsen zumeist immer noch tief negativ." In Deutschland stieg die Inflation schneller als die nominalen Zinsen, dadurch fiel der negative Realzins von minus 5,6 Prozent auf minus 8,3 Prozent, wie Kielkopf sagt. Es dürfte aber nicht mehr lange dauern, bis es auch in den Industrieländern wieder positive Realzinsen gibt. "Die Inflationserwartungen sind in den meisten Ländern bereits deutlich zurückgekommen, während die Zinsen weiter steigen", argumentiert Kielkopf. (fp)