Seit 2015 hat die EZB fast 2.000 Milliarden Euro an Staatsanleihen gekauft, im Schnitt fast ein Viertel der ausstehenden Papiere. Den Rest halten Banken, Versicherungen, ausländische Investoren und private Haushalte. Das geht aus einer Aussendung der Agenda Austria hervor.

Gemessen am jeweiligen nationalen Volumen hat die EZB demnach überproportional in den Niederlanden, in Deutschland und in der Slowakei gekauft, wie eine Grafik zeigt.


Mario Draghi habe in der Vorwoche in seiner letzten Zinssitzung als EZB-Präsident die Geldpolitik für die Euro-Zone "noch einmal dramatisch gelockert", die Negativzinsen für Banken weiter gesenkt und die Staatsanleihenkäufe ab 1. November wieder aufgenommen, so Agenda Austria-Ökonom Lukas Sustala. "Die Geldpolitik ist bereits zunehmend ausgereizt und die Notenbanker die wichtigsten Gläubiger der Euroländer, obwohl der EZB die Staatsfinanzierung eigentlich verboten ist", kritisiert Sustala.

In Ländern wie Österreich oder Deutschland seien die Nebenwirkungen der extrem niedrigen Zinsen, etwa stark steigende Immobilienpreise, deutlich sichtbar. (eml)