Die Wiener Privatbank kommt bei ihrer Umstrukturierung voran. Die geplante Trennung von der Immobiliensparte wurde vollzogen, berichtet die Bank in einer Aussendung. Die Beteiligungen an den Unternehmen Costagasse 6 GmbH & Co KG und Wiener Privatbank Immobilienverwaltung GmbH wurden an die Vienna Estate Immobilien AG veräußert, heißt es. Vienna Estate hatte bis vor kurzem noch zur Privatbank gehört und übernimmt nun deren Immobilien-Sparte.

Gemäß einer Ad-hoc-Meldung aus dem Oktober hatten sich Vienna Estate und Privatbank für die Costagasse auf einen Mindestkaufpreis von 15,3 Millionen Euro geeinigt. Für die Wiener Privatbank Immobilienverwaltung waren es mindestens 2,98 Millionen Euro zuzüglich Dividende für 2017. Da diese Transaktionen bis Jahresende rechtswirksam durchgeführt werden konnten, ändert sich nichts am bereits im Oktober erwarteten Geschäftserfolg: Im laufenden Geschäftsjahr wird die Privatbank einen außerordentlichen Ertrag von rund 7,9 Millionen Euro erzielen, der zum höchstmöglichen Anteil ausgeschüttet wird, heißt es.

Kerbler und Kowar steigen aus
Die Privatbank vollzieht eine komplette Umstrukturierung, weil die Mehrheitseigentümer Günter Kerbler und Johann Kowar aus dem Bankgeschäft aussteigen wollen und ihre Anteile abgeben: Die beiden Immobilienexperten haben im September einen Verkaufsvertrag mit der slowakischen Arca-Capital-Gruppe unterzeichnet. Die zuständigen Behörden müssen noch zustimmen. Geben diese grünes Licht, wird die Transaktion im Frühsommer 2018 stattfinden, heißt es bei der Wiener Privatbank.

Kerbler und Kowar stehen hinter der Vienna Estate Immobilien AG, die nun die Immobilienaktivitäten der Bank übernimmt. Vienna Estate und Wiener Privatbank bleiben aber verschränkt: Privatbank-Vorstand Helmut Hardt sitzt im Aufsichtsrat von Vienna Estate.

Bankgeschäft und Osteuropa
In der außerordentlichen Hauptversammlung der Privatbank am 6. November wurde die Neuausrichtung der Bank bereits abgesegnet. Dabei wurden auch die Verträge der beiden langjährigen Wiener-Privatbank-Vorstände Helmut Hardt und Eduard Berger verlängert. In den Aufsichtsrat der Bank zogen auf Vorschlag der Arca-Gruppe Juraj Dvorak und Peter Sidlo (Vorstand der Sigma Investment) ein. Die Wiener Privatbank will sich auf das Bankgeschäft und auf eine Expansion in Zentral- und Osteuropa konzentrieren.

Arca konzentriert sich laut Aussendung insbesondere auf Private Equity und Finanz-Services in zentral- und osteuropäischen Ländern. Die Slowaken sind in Österreich seit 2016 mit rund einem Prozent an der Vienna Insurance Group (VIG) beteiligt. Die Wiener Privatbank ist auf Sachwerte-Investments spezialisiert und wirbt mit ihrer Verschränkung von Kapitalmarkt- und Immobilienkompetenz. Serviciert werden private und institutionelle Kunden in den Kernfeldern Private Banking, Asset Management (Matejka & Partner), Capital Markets, Brokerage, Research, Immobilienprodukte sowie Immobiliendienstleistungen und -projekte. (eml)