Wer seinen Wunsch- respektive Einkaufszettel für das bevorstehende Weihnachtsfest noch nicht geschrieben hat, sollte unbedingt Aktien mit auf die Liste nehmen. Grund: Kurz vor Jahresschluss ziehen die Kurse an den meisten Börsen nochmals kräftig an.

Das zeigt eine statistische Rückrechnung, die das deutsch-österreichische Fintech Seasonax angefertigt hat und die im folgenden Schaubild wiedergegeben wird: Der saisonale Chart illustriert den typischen saisonalen Verlauf des amerikanischen Aktienindex S&P 500, ermittelt anhand der Wochenerträge über die zurückliegenden 91 Jahre. Resultat: Eine "Weihnachtsrally" ist wahrscheinlicher, als mancher denkt. Sie beginnt am 17. Dezember und dauert idealerweise bis zum 4. Januar des Folgejahres an.

Quelle: Seasonax

Die Kurse steigen in dieser Vorfesttagsphase weit überproportional an: Der durchschnittliche Ertrag zwischen dem 17. Dezember und dem 4. Januar lag laut Seasonax-Angaben bei 1,82 Prozent. Wären sämtliche 17-Tages-Intervalle eines Börsenjahres derart performancestark, entspräche der Anstieg der Weihnachtsrally einem aufs Jahr hochgerechneten Plus von satten 47,41 Prozent. Doch dem ist nicht so. Zum Vergleich: In der übrigen Zeit lag der annualisierte Gewinn des S&P 500 bei gerade einmal 3,90 Prozent. Der saisonale Zeitraum um die Weihnachtszeit ist also ganz außergewöhnlich, denn in 79,35 Prozent der Fälle steigen die Kurse. Und das hat auch handfeste Ursachen, wie Dimitri Speck weiß.

"Die Befestigung der Aktienkurse zum Jahresende hat stichhaltige Gründe", hält der Chefanalyst von Seasonax fest. Als Haupttreiber würde meist das Window-Dressing von Fonds genannt, also die Kurspflege durch Portfoliomanager zum Jahresende, um die Resultate aufzuhübschen – und die gehäuft zum Jahreswechsel auftretenden Ausschüttungen. "Die weniger offensichtlichen, oft psychologischen Gründe dürften aber wichtiger sein", analysiert Speck. "Dazu zählt, dass die meisten Menschen zum Jahresende Bilanz ziehen über das vergangene Jahr und sich für das neue disponieren. Hinzu kommt der statistisch auch an anderen Feiertagen bewiesene Feiertagseffekt, der tendenziell für höhere Kurse sorgt. Und bei Weihnachten kommt die die starke Kauflaune wegen der Weihnachtsgeschenke hinzu, die sich auf die Aktienmärkte zu übertragen scheint. (kb/ps)