Der russische Selfmade-Milliardär Oleg Tinkow hat auf Druck des Kremls seine Firmenanteile an der von ihm gegründeten Internetbank Tinkoff an den russischen Oligarchen und Putin-Treuen Wladimir Potanin verkauft. Das berichtet das "Manager Magazin" mit Bezug auf US-Medien. Die Tinkoff-Bank gehört zur TCS Group, an der Tinkow bislang 35 Prozent der Anteile hielt. Nun musste er sie in einem "Notverkauf" veräußern und erhielt dafür nur drei Prozent des eigentlichen Werts der Anteile. Damit sei er einer Verstaatlichung der Internetbank zuvorgekommen, heißt es im "Manager Magazin".  

Zuvor hatte Tinkow via Instagram scharfe Kritik am Kreml und dem russischen Angriff auf die Ukraine geübt. Die Tinkoff-Bank erklärte, sie werde die "private Meinung" Tinkows nicht kommentieren, so das "Manager Magazin" weiter. Von Drohungen des Kremls will die Bank nichts wissen: Es habe keine Drohungen gegeben, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Gründer Tinkow habe seine Anteile aus freien Stücken verkauft, um mehr Zeit für seine Gesundheit und seine Familie zu haben. Zudem wolle sich die Bank umbenennen, was "lange geplant und nun noch dringlicher geworden sei". (fp)