Je weiter die Anreise, desto seltener kommen Kunden in die nächste Bankfiliale. Das ist das Ergebnis einer Studie von Deutsche Bank (DB) Research. Das Forscherteam hatte untersucht, ob sich die Anzahl der Filialbesuche von Kunden in verschiedenen Regionen Deutschlands unterscheidet und dabei festgestellt: Ob Kunden persönlich vorbeikommen, hängt davon ab, wie dicht eine Region besiedelt und wie weit der Weg zur nächsten Filiale ist. Je größer die Entfernung, desto seltener suchen die Kunden ihre Bankfilialen auf, so die grobe Daumenregel. Viele steigen dann lieber auf Online-Banking um, mutmaßt DB Research.

In Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte ist der Effekt besonders ausgeprägt. In Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg etwa besuchen nur 25 Prozent der Kunden mindestens einmal pro Jahr eine Filiale, in Nordrhein-Westfalen sind es dagegen 40 Prozent. Doch keine Regel ohne Ausnahme: In den am dichtesten besiedelten Großstädten wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt wiederum sind Filialen erstaunlicherweise weniger beliebt. Das könnte daran liegen, dass die Bevölkerung in Ballungszentren besonders jung und technikaffin ist, vermuten die Experten. 

Ost-West-Unterschiede
Dadurch, dass immer mehr Kunden auf Online-Alternativen umsteigen, mussten viele Bankfilialen bereits schließen. Ostdeutschland ist besonders stark betroffen. Dort ist sowohl die Bevölkerungsdichte als auch die Filialdichte geringer als im Westen der Bundesrepublik. Zum Vergleich: Ein Ostdeutscher muss im Schnitt 13 Kilometer zur nächsten Bankfiliale fahren, ein Westdeutscher dagegen nur neun. (fp)