Die Wirtschaft in den USA wächst langsamer, was die Rezessionssorgen von US-Anlegern neu aufflammen lässt. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vergangenen Jahr noch um 2,9 Prozent zugenommen hatte, fiel das Wachstum für die ersten beiden Quartale 2019 mit 2,7 Prozent und 2,3 Prozent schon deutlich geringer aus. "Für das dritte Quartal rechnen Analysten sogar mit einem durchschnittlichen Wachstum von nur noch zwei Prozent", sagt Frank Borchers, Portfoliomanager bei Ethenea.

Eine Rezession in den USA hält Borchers aber für unwahrscheinlich. "Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleiben Verbrauchervertrauen und Einzelhandelsumsätze in den USA weiterhin stark", sagt er. Der private Konsum, der mehr als zwei Drittel des BIPs ausmacht, stelle damit nach wie vor eine zentrale Stütze für die US-amerikanische Wirtschaft dar. Daher geht Borchers höchstens von einer "milden Rezession" aus. "Zudem glauben wir, dass Präsident Donald Trump alles dafür tun wird, die Wirtschaft stabil zu halten, um seine mögliche Wiederwahl im November 2020 nicht zu gefährden", erklärt er.

Fed hat noch Spielraum nach unten
So hat Trump zum Beispiel in den vergangenen Monaten viel Druck auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ausgeübt und eine Zinswende gefordert. Die Entscheider der Fed haben die Zinswende eingeläutet, wenn auch nicht in dem Umfang, den Trump sich gewünscht hatte. Mit der moderaten Zinssenkung habe die Fed aber noch Spielraum nach unten, um im Ernstfall die Konjunktur zu befeuern, sagt Borchers. (fp)