Wie lang sollte ein Vorstandsvorsitzender im Amt bleiben, und wann hat er den Zenit seiner Leistung erreicht? Dieser Frage widmete sich der St. Galler Professor Markus Schmid gemeinsam mit Ökonomen der Universitäten Boston, Bielefeld und Karlsruhe in einer aktuellen Studie, über die die "Neue Züricher Zeitung am Sonntag" (NZZ am Sonntag) berichtet. Das Ergebnis: 14 Jahre. Die optimale Amtszeit haben die Wissenschaftler mithilfe einer Analyse der 1.500 größten US-Firmen ermittelt und dabei einen Zeitraum von 25 Jahren betrachtet.

Laut den Ökonomen folgt die Leistung der Führungskräfte einer hügelförmigen Kurve. "Wenn ein Vorstand sein Amt antritt, durchläuft er zunächst eine steile Lernkurve", zitiert die NZZ Schmid. Der Beitrag zum Erfolg des Unternehmens nehme somit mit wachsender Erfahrung zu. Allerdings folgt irgendwann eine Kehrtwende. "Mit der Zeit kommt es zu Abnutzungserscheinungen: Der CEO verliert an Anpassungsfähigkeit, und sein Engagement geht zurück", erklärt der Professor.

Bäumchen wechsel dich
Das Problem: Die meisten Chefs börsennotierter Unternehmen schaffen derzeit die 14 Jahre Amtszeit nicht und scheiden um einiges früher aus dem Amt. Laut Zahlen der Beratungsfirma PwC bleiben sie im Schnitt nur noch rund fünf Jahre auf ihrem Posten. Damit die Spitzenkräfte die produktivste Phase ihrer Amtszeit optimal ausschöpfen können, braucht es allerdings mehr als nur Erfahrung. Auch die Machtbalance zwischen Vorstandsvorsitzendem und Aufsichtsrat spielt eine wichtige Rolle, sagt Schmid. Denn zu dominante Chefs können einem Unternehmen ebenso schaden wie häufige Wechsel: "Je länger ein CEO im Amt ist, desto mächtiger wird er. Und umso stärker muss das Kontrollgremium ein Gegengewicht dazu bilden."  (fp)