Finanz-Start-ups sind wieder auf dem Vormarsch. Das ist das Ergebnis einer Studie der Comdirect-Bank und der Unternehmensberatung Barkow Consulting. Nachdem die Branche im Jahr 2017 einen Dämpfer hinnehmen musste, ist sie 2018 auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Im vergangenen Jahr wurden 127 Finanz-Start-ups in Deutschland neu gegründet, neun mehr als im Vorjahr. "Die Fintech-Branche ist die treibende Kraft des deutschen Venture-Capital-Marktes", kommentiert Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der Comdirect Bank.

Insgesamt ist die Zahl der deutschen Fintechs seit 2017 um 25 Prozent gestiegen. Ende September 2019 gab es in Deutschland insgesamt rund 900 Start-ups aus dem Segment. Der größte Anteil entfiel mit 202 Unternehmen auf die sogenannte Proptech-Branche, also Fintechs, die sich auf die Immobilienbranche spezialisiert haben. Rang zwei nehmen Fintechs mit dem Schwerpunkt Finanzierungen ein (172 Unternehmen). Die Statik der Branche könnte sich aber schon bald verändern. In keinem Bereich werden so viele Fintechs gegründet wie zum Thema Blockchain: Seit 2017 ist ihre Zahl um 111 Prozent gestiegen – auf inzwischen 76 Start-ups in Deutschland.

Erhöhtes Risikokapital
Investoren wittern Potenzial und stecken mehr Risikokapital denn je in deutsche Fintechs. In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren sie bereits mit nahezu 1,3 Milliarden Euro in Fintechs investiert. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 kamen Fintechs auf 1,158 Milliarden Euro Risikokapital.  "Jeder dritte Euro, den Investoren für Start-ups ausgeben, fließt an Fintechs", sagt Comdirect-Vorstandschef Walter. (fp)