Die US-Notenbank hat den Leitzins am Mittwoch (18.3.) nicht geändert. Die Fed Funds Rate bleibt damit in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Dies war im Vorfeld von Beobachtern und an den Börsen so erwartet worden. Bereits beim vorherigen Treffen im Januar wurde der Leitzins nicht angetastet, nachdem die Fed den Satz bei den drei letzten Sitzungen des vergangenen Jahres jeweils um 25 Basispunkte nach unten gesetzt hatte.

Elf der zwölf stimmberechtigten Mitglieder im Offenmarktausschuss (FOMC) stimmten am Ende der zweitägigen März-Sitzung für die Beibehaltung des Zinssatzes. Nur Fed-Gouverneur Stephen Miran votierte für eine Senkung um 25 Basispunkte. Er gilt als Vertrauter von US-Präsident Donald Trump, der seit Langem vehement niedrigere Leitzinsen fordert.

Leitzins-Projektion unverändert
Die Median-Prognosen des Ausschusses in den Dot Plots spiegeln weiterhin eine Zinssenkung 2026 sowie eine Zinssenkung 2027 wider. Die Prognosen für das BIP-Wachstum fielen leicht höher aus, die Prognosen für die Arbeitslosenquote blieben weitgehend unverändert gegenüber den vorangegangenen Projektionen bei der Dezember-Sitzung.

Die Median-Prognosen für die Gesamt- und Kerninflation im Jahr 2026 wurden allerdings von 2,4 respektive 2,5 Prozent auf jeweils 2,7 Prozent nach oben korrigiert. Auch für 2027 wird nun eine geringfügig höhere Inflation von jeweils 2,2 Prozent erwartet, nach 2,1 Prozent beim Dezember-Treffen. Für 2028 rechnen die Notenbanker weiterhin damit, dass Gesamt- wie Kerninflation ihren Zielwert von zwei Prozent erreichen. 

"Die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten auf die US-Wirtschaft sind ungewiss", heißt es in der geldpolitischen Erklärung der Fed. Bei der Pressekonferenz nach der Sitzung ergänzte Fed-Chef Jerome Powell: "Es wird gewisse Auswirkungen auf die Inflation geben." Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass allgemein bekannt sei, dass man durch Energieschocks hindurchschaue, vorausgesetzt, die Inflationserwartungen seien gut verankert.

Powell könnte länger an der Fed-Spitze bleiben
Die Amtszeit von Powell als Notenbank-Chef endet Mitte Mai 2026. Er erklärte am Mittwoch aber, er werde an der Spitze der Fed bleiben, sollte sein Nachfolger bis dahin nicht bestätigt sein. In diesem Fall werde er vorübergehend als kommissarischer Vorsitzender ("Chair pro-tem") amtieren. Dies sei gesetzliche Vorgabe, die Fed habe dieses Verfahren schon mehrfach angewandt. Trump, der Powell regelmäßig verbal attackiert, hat Kevin Warsh als neuen Fed-Chef nominiert. Dieser muss aber noch vom Senat bestätigt werden – was sich wegen juristischer Streitigkeiten verzögert.

Hintergrund sind von der Trump-Administration angestoßene Ermittlungen im Zusammenhang mit der Renovierung des Fed-Hauptsitzes sowie mit Aussagen Powells zu dem Projekt. Dessen Amtszeit im siebenköpfigen Vorstand der Fed endet regulär sogar erst im Januar 2028. Auch wenn Warsh an die Notenbank-Spitze rückt, könnte Powell als einfaches Mitglied im Board of Governors bleiben. Am Mittwoch stellte er klar: "Ich habe nicht die Absicht, aus dem Vorstand auszuscheiden, bis die Untersuchung nicht vollständig und transparent abgeschlossen ist."

Ausgewählte Einschätzungen
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