Von 3.500 bis über 5.250 Dollar: Analyst wagt drei Goldprognosen
Ölpreis, Inflation und US-Geldpolitik könnten Gold in völlig unterschiedliche Richtungen treiben. Natixis hat deshalb drei mögliche Entwicklungspfade für das Edelmetall entworfen.
Die Aussichten für Gold hängen nach Einschätzung von Natixis Investment Managers zunehmend von der Entwicklung der Ölpreise und der amerikanischen Geldpolitik ab. Der Edelmetallanalyst Bernard Dahdah hat deshalb drei Szenarien entworfen, die zu deutlich unterschiedlichen Preisentwicklungen führen könnten.
Wie das Edelmetallportal "Kitco News" unter Berufung auf einen aktuellen Natixis-Bericht schreibt, hat das Institut seine kurzfristige Einschätzung deutlich verändert. Noch Ende August hatte Dahdah sein Goldpreisziel für Ende 2026 auf 5.000 US-Dollar je Feinunze angehoben. Inzwischen rechnet Natixis im Hauptszenario mit einem niedrigeren Wert.
Ölpreis wird zum entscheidenden Faktor
Ausschlaggebend für die Neubewertung ist vor allem das Zusammenspiel von Ölpreis, Inflation und Zinsen. Steigende Rohölnotierungen schüren Inflationssorgen und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinsschritte der US-Notenbank. Höhere Renditen wiederum verteuern das Halten des unverzinsten Edelmetalls.
Nach Angaben von Natixis hat sich seit Ende August erneut eine negative Korrelation zwischen Gold und Öl herausgebildet. Auch der Zusammenhang mit den Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sei wieder deutlicher geworden. Der US-Dollar bleibe unterdessen einer der stabilsten Einflussfaktoren für den Goldpreis.
ETF-Anleger kaufen Rücksetzer
Trotz der jüngsten Preisschwäche steigen die Bestände physisch besicherter Gold-ETFs weiter. Einige Anleger nutzten die niedrigeren Kurse offenbar zum Einstieg. Diese Nachfrage reiche derzeit aber nicht aus, um die durch Zinsänderungen ausgelöste Neubewertung vollständig auszugleichen.
Eine weitere Schlüsselrolle spielen die Zentralbanken. Ihre Käufe haben den Goldpreis in der Vergangenheit auch bei hohen Anleiherenditen gestützt. Bleiben Ölpreis und Dollar jedoch stark, könnten einzelne Notenbanken der Inflationsbekämpfung und der Stabilisierung ihrer Währungen Vorrang vor weiteren Goldkäufen geben.
Wie weit Gold in den einzelnen Szenarien steigen oder fallen könnte und welche Annahmen dahinterstehen, zeigt die Grafikstrecke. (mb)















