Der börsennotierte österreichische Versicherer VIG baut seine Marktstellung in Osteuropa aus. Über die polnische Konzerngesellschaft Interrisk ist das Unternehmen nun beim lokalen Sachversicherer Towarzystwo Ubezpieczeń Wzajemnych "TUW" eingestiegen. TUW ist ein gemeinnütziger Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit rund 100 Filialen in Polen, heißt es dazu in einer Presseaussendung. Die VIG löst als strategischer Partner die französische MACIF-Gruppe ab, die ihre Anteile an die Interrisk verkaufte. 

Franz Fuchs, Vorstandsmitglied der VIG und Länderverantwortlicher für Polen, verspricht sich von dem Geschäft einen rasanten Ausbau des Marktanteils in einem Wachstumsmarkt. "Wir verzeichnen in diesem großen und sich wirtschaftlich stark entwickelnden EU-Land eine sehr erfreuliche Aufwärtsentwicklung im Versicherungsgeschäft", berichtet Fuchs anlässlich der Übernahme. 

Marktanteile von zehn Prozent angestrebt
Konkret hatte die VIG in den ersten drei Quartalen 2018 rund 670 Millionen Euro Prämienvolumen erwirtschafttet, 183 Millionen Euro davon entfielen auf die Interrisk. Über das neue Rückversicherungsgeschäft mit der TUW dürfte hier nun ein Prämienvolumen von rund 70 Millionen Euro hinzukommen. Der Marktanteil der Österreicher im Nichtleben-Geschäft in Polen wächst dann auf rund sieben Prozent. Mittelfristig will die VIG einen Marktanteil von mindestens zehn Prozent erzielen. 

Das Zentral- und Osteuropageschäft (CEE) des österreichischen Versicherungskonzerns entwickelte sich zuletzt höchst unterschiedlich. So konnte die VIG zur Halbzeitbilanz 2018 in Tschechien ein Rekordergebnis melden. In Rumänien dagegen waren Abschreibungen in Höhe von 50 Millionen Euro nötig geworden. Polen ist derzeit hinter Österreich und Tschechien gemessen an den Prämieneinnahmen der drittgrößte Markt für den Konzern. (fp)