Die Chancen stehen gut, dass das laufende Jahrzehnt für Investoren eines der besten aller Zeiten wird, sagt Gottfried Urban, Vermögensprofi bei Urban & Kollegen. Das bevorstehende Ende der Corona-Pandemie vergleicht er mit den Aufschwüngen nach anderen historischen Einschnitten. Denn auf Jahrhundertereignisse wie den Ersten Weltkrieg oder die Spanische Grippe folgten stets enorme Zuwächse an den internationalen Aktienmärkten.

Selten seien die Rahmenbedingungen für Konsum und Investitionen besser gewesen als heute, erklärt Urban. Selbst wenn die Zinsen leicht steigen würden, wäre das für Anleger kein Beinbruch. Die Kombination aus billigem Geld, Nachfrageüberschüssen, Innovationen und dem Green Deal lässt Urban auf einen beträchtlichen Wachstumsschub hoffen. Bald schon könnten sich die Marktbewertungen auf Niveaus befinden, die an die Jahrtausendwende erinnern. "Die Digitalisierung und der ökologische Umbau könnten eine industrielle Revolution auslösen", legt der Vermögensverwalter noch einen drauf.

Seitwärts ist das neue Abwärts
Jetzt mag sich der ein oder andere fragen: Ist es zu spät, an der Aktienrally teilzunehmen? Sollte man besser auf Kursrücksetzer warten? Die Antwort des Profis: "Wer auf das richtige Timing hofft, läuft Gefahr, den passenden Moment zu verpassen." Seit dem Corona-Crash im März 2020 haben sich die großen Börsenindizes von ihren neuen Höchstständen aus maximal vier Prozent nach unten bewegt. Die Politik der Notenbanken verhindert größere Korrekturen. "Seitwärts ist scheinbar die neue Korrektur am Aktienmarkt", so Urban. (fp)