Die Phase der lockeren Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) ist vorbei. Sie hat nach der Erhöhung der Leitzinsen bereits weitere Zinsanstiege und weitere Maßnahmen wie die Verringerung der Anleihenkäufe angekündigt. Wie sich das auf die Aktienkurse auswirkt, hängt vom jeweiligen Wert ab: "Die Entwicklung wird selektiv verlaufen", sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Z-Invest.

Tech-Werte und Kryptowährungen beispielsweise, die nur wenig oder keine Dividende ausschütten, dürften im Kurs sinken, erwartet Zimmer. Sie sind besonders zinssensitiv, weil ihre Gewinne für Anleger nur aus Kursgewinnen stammen. "Tech-Werte schütten eher wenig Dividende aus, mit Kryptowährungen lässt sich, wenn überhaupt, nur sehr wenig Ertrag erwirtschaften, Zins liefern sie nicht", erklärt Zimmer. Wenn die Zinsen steigen, wird das Risiko der Werte nicht mehr gegen einen negativen Zins gemessen, sondern gegen einen positiven. Das könnte Zimmer zufolge sinkende Kurse bedeuten.

Teure Rohstoffe sorgen für Auftrieb  
Als Gewinner sieht Zimmer etwa Branchen, die von den hohen Rohstoffpreisen oder von den Subventionen für die Förderung des Klimaschutzes profitieren. "Es wird aber schwieriger, sie in einem immer volatileren Umfeld zu finden", sagt der Z-Invest-Chef. Er appelliert an die Urteilsfähigkeit der Fed und warnt davor, dass sie von einem Extrem ins andere fallen könnte. Wenn die Notenbank nach der jahrelangen lockeren Geldpolitik die Zügel zu stark anziehe, könne sie zwar die Inflation bekämpfen, aber gleichzeitig die gesamte Wirtschaft abwürgen. (fp)