Vermögensverwalter: Wieso Bitcoin nicht als Ersatz für Gold taugt
Der jüngste Crash bei Bitcoin und Co. verunsichert Privatanleger, die ihr Depot mit Kryptowährungen aufpeppen wollten. Die hohe Volatilität ist aber gar nicht das größte Problem dieser Assetklasse, meint Markus Richert von Portfolio Concept aus Köln.
Kryptowährungen eignen sich keinesfalls für den Vermögenserhalt oder zur Altersvorsorge. Davon ist Markus Richert überzeugt, Finanzplaner beim Kölner Vermögensverwalter Portfolio Concept. Zu groß sei die Gefahr, impulsiv auf Hypes zu reagieren – und teuer dafür zu bezahlen.
"Eine Beimischung ist nur dann sinnvoll, wenn der Totalverlust verschmerzt werden kann", schreibt Richert in einem aktuellen Marktkommentar. "Wer die enorme Volatilität nicht aushält oder die technische Komplexität nicht durchdringt, sollte lieber verzichten", rät er.
Werthaltige Anlage oder reine Spekulation?
Richert zufolge hat sich der Markt für Kryptoanlagen ungeachtet der Risiken etabliert und professionalisiert. "Kryptowährungen sind zwar noch nicht 'too big to fail', aber aufgrund der institutionellen Durchdringung mittlerweile 'too big to ignore'", formuliert es der Finanzplaner.
Viele Privatanleger blickten angesichts dessen fasziniert, aber ratlos auf die Entwicklung. "Die zentrale Frage bleibt: 'Was kaufe ich da eigentlich? Handelt es sich um eine werthaltige Anlage oder um reine Spekulation?'", so Richert, der auf die zuletzt heftigen Ausschläge und scharfen Korrekturen am Kryptomarkt verweist.
"Hoffen auf den größeren Idioten"
Der Finanzplaner erläutert, dass sich in traditionellen Anlageklassen der innere Wert aus erwartbaren Zahlungsströmen ergibt. "Aktien liefern Dividenden und Gewinnbeteiligungen, Anleihen Zinsen, Immobilien Mieteinnahmen", so Richert. "Auf Basis dieser Cashflows lässt sich ein fairer Wert berechnen."
Kryptowährungen wie der Bitcoin dagegen seien "unproduktive" Vermögenswerte: "Es gibt keinen Cashflow, keine Bilanz und keine Gewinnausschüttung. Nach den klassischen Bewertungsmodellen ist der innere Wert null." Wer einen Bitcoin kaufe, hoffe nicht auf Erträge aus dem Asset, sondern nur darauf, dass ihm jemand anderes dieses Asset später zu einem höheren Preis abkauft. "Kritiker bezeichnen dies als die 'Greater Fool Theory'", also das "Hoffen auf den größeren Idioten".
"Mathematisch verankerte Inflationsbremse"
Richert erwähnt auch das Argument zahlreicher Befürworter, die Bitcoin als "digitales Gold" sehen, gewissermaßen als zeitgemäßere Version des klassischen Edelmetalls. "Beide Assets zahlen keine Zinsen; ihr Wert basiert auf Vertrauen und der begrenzten Verfügbarkeit", schreibt der Vermögensverwalter, der darauf hinweist, dass die Menge an Bitcoin auf 21 Millionen Stück limitiert ist. "Das schafft eine mathematisch verankerte Inflationsbremse", so Richert.
Aber: "Während Gold über Jahrzehnte hinweg als Krisenschutz galt, verhielt sich der Bitcoin-Kurs in der Vergangenheit selten wie ein stabiler Sicherheitsanker, sondern ähnelte vielmehr hochspekulativen Technologieaktien", betont Richert. "Bitcoin mag die Knappheit von Gold besitzen, aber nicht dessen Stabilität." (fp)
















