Traderepublic, Scalable Capital und Co. erfreuen sich seit der Pandemie besonders großer Beliebtheit bei den Anlegern. Eines der größten Verkaufsargumente ist das kostenlose Traden. Davon sollte sich Investoren allerdings nicht blenden lassen, warnt Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Dr. Lux & Präuner. "Der Neo-Broker selbst mag zwar von seinen Kunden keine Gebühren verlangen. Es entstehen aber auf jeden Fall Kosten, nur an anderer Stelle."

So können bei Neo-Brokern etwa die Transaktionskosten hoch sein, insbesondere außerhalb der Börsenhandelszeiten. Außerdem moniert Lux das eingeschränkte Dienstleistungsangebot. Kunden stehen oft nur bestimmte Handelsplätze zur Verfügung. Eine begrenzte Auswahl sorgt für eine schlechtere Vergleichbarkeit der Kurse. Außerdem bieten Neo-Broker nicht immer alle Ordertypen an, daher bleiben einigen Kunden etwa Stop-Loss- oder Limit-Order verwehrt, wie Lux betont.

Lieber zu Direktbanken
Aus seiner Sicht sind Neo-Broker überbewertet. "Mit klassischen Direktbanken ist jeder Wertpapieranleger gut bedient. Wer braucht da schon 'Neo-Broker'?" Lux vergleicht die Plattformen mit Start-ups, deren Hauptziel schnelles Wachstum sei, und zweifelt die Seriosität einiger Anbieter an, welche die Finanzaufsicht Bafin bereits im Visier hat. Daher plädiert der Finanzprofi dafür, lieber auf stark regulierte traditionelle Kreditinstitute zu vertrauen. (fp)