Dem Sog der Nachhaltigkeitsdebatte kann sich derzeit niemand entziehen. Banken zum Beispiel müssen sich fragen, ob sie Unternehmen aus nicht nachhaltigen Branchen überhaupt noch finanzieren möchten. "Schließlich könnte es dazu kommen, dass das Unternehmen eben wegen seiner Zugehörigkeit etwa zur Kohleindustrie abgestraft wird und seine Kredite nicht mehr bedienen kann", sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer von Fundamental Capital. Für eine Bank sei das ein Risiko, das sie mit Sicherheit nicht oder nur sehr begrenzt eingehen möchte. Ähnliches gilt für Aktionäre.

Der Übergang zu einer CO2-optimierten Wirtschaft birgt viele Risiken für Unternehmen, die sich diesem Wandel verschließen. Politische Eingriffe wie Steuererhöhungen und Verbote dürften diese Firmen hart treffen – mit gravierenden Folgen auch für deren Aktionäre. "Wenn etwa Öl und Gas deutlich teurer werden, sind manche Industriezweige nicht mehr wirtschaftlich", sagt Zimmer. Unternehmen werden sich sehr schnell umstellen müssen – oder verschwinden.

Nachhaltigkeit im Blick behalten
ESG-Kriterien sind für Investoren eine wichtige Leitschnur, um dieses Risiko bei der Geldanlage zu managen. Noch sind diese Kriterien zwar sehr schwammig, von einer einheitlichen Linie bei den Themen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung ist noch nichts zu sehen. "Trotzdem lässt sich auch hier ein Mainstream der Nachhaltigkeit erkennen", sagt Zimmer. Und in dem sollten die beobachteten Unternehmen mitschwimmen, um für ein Investment in Frage zu kommen. (fp)