Die Deutschen und Aktien – bis heute keine Liebesbeziehung. Nur wenige Bürger wagen sich an den Aktienmarkt, trotz niedriger Zinsen. Dennoch ermuntern deutsche Politiker kaum zum Aktienkauf. Stattdessen diskutieren sie über Spezialanleihen mit Minizinsen als Alternative zum Negativzins, bemängelt Gottfried Urban von der Vermögensverwaltung Urban & Kollegen. Besonders problematisch sei das im Hinblick auf die Altersvorsorge.

Urban sieht Politiker in der Pflicht, die Deutschen zu mehr Mut beim Thema Geldanlage aufzurufen – doch das Gegenteil sei der Fall: "Immobilien- und Aktienbesitzer werden als Spekulanten oder gar Ausbeuter bezeichnet, die man nach Belieben gesetzlich gängeln oder gar enteignen könne", kritisiert Urban.

Aktien bieten viele Vorteile
Ein Umdenken müsse her, meint der Vermögensverwalter. Ein erfolgreicher Aufbau von Vorsorgekapital sei schließlich nur mit einem guten Depot-Mix aus internationalen Aktien möglich. "Breit gestreute Aktieninvestments haben über längere Zeiträume Wirtschaftskrisen getrotzt, Weltkriege überstanden, das Platzen der Internet-Blase und die Finanzkrise im Gefolge der Lehman-Pleite überlebt." Das sei ein Vorteil, den kein Zinsprodukt, kein Gold und keine Immobilie leisten kann. "Mit Aktien nimmt man an den Wohlstandsgewinnen teil, die durch Innovation und Fortschritt geschaffen werden." (fp)