In der vergangenen Berichtssaison konnten die Digitalisierungsgewinner mit ihren Ergebnissen überzeugen. Trotzdem erscheinen die aktuellen Bewertungen im Tech-Sektor sehr ambitioniert, sagt Michael Hackbarth, Portfoliomanager bei Lunis Vermögensmanagement. Die Umsatz- und Ertragsentwicklung dürfte sich trotz Corona-Schub in der Breite nicht so fortschreiben lassen wie bisher, ist der Experte überzeugt.

Die Anzeichen für eine Konsolidierung der steilen Börsenrally im Tech-Sektor haben in den vergangenen Tagen zugenommen. So ist die Ratio zwischen den US-Indizes Nasdaq 500 und S&P 500 mittlerweile bei einen Extremwert angekommen. Gleiches gilt für die Indikatoren MACD (Moving Average Convergence/Divergenec) und RSI (Relative Strength Index), sie markieren ebenfalls neue Höchststände. "Des Weiteren zeigt sich trotz neuer Allzeithochs eine Abnahme der Marktbreite", erklärt der Experte. Das spreche für ein Auflösen dieser Divergenz.

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Die Saisonalität dürfte in den kommenden Wochen ebenfalls keine Unterstützung bieten. Kurzfristig bleibt die Konsolidierungsgefahr deshalb hoch, sagt Hackbarth. Auf lange Sicht bleibt der Tech-Sektor aus Sicht des Strategen allerdings ein interessantes Basisinvestment. Denn die Digitalisierung dürfte sich in allen gesellschaftlichen Bereichen weiter beschleunigen und "viele alte Geschäftsmodelle durch neue digitalisierte Modelle ersetzen." (fp)