Vermögensverwalter switcht bei Aktien auf "Übergewichten"
BNP Paribas Wealth Management setzt vor allem auf Dividendentitel aus Japan und den Schwellenländern. Treiber der Aktienmärkte seien unter anderem günstige Bewertungen und starkes Gewinnwachstum.
BNP Paribas Wealth Management hat die Einstufung für globale Aktien auf "Übergewichten" erhöht. Vor allem Aktien aus Japan und den Schwellenländern stehen auf der Kaufliste. Anlagechef Stephan Kemper nennt gleich mehrere Gründe, jetzt auf Aktien zu setzen.
Wirtschaft und Gewinne wachsen
So präsentiere sich die Weltwirtschaft weiter widerstandsfähig. "Der globale Economic Surprise Index bewegt sich nahe seiner 20-Jahres-Hochs, und die Einkaufsmanagerindizes signalisieren in den großen Industrienationen eine gesunde Aktivität", so Kemper. Dazu kommen starke Unternehmensgewinne: Die Berichtssaison für das zweite Quartal habe in allen wichtigen Regionen ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum geliefert. "Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend durch starken wirtschaftlichen Rückenwind und den breiten Einsatz von künstlicher Intelligenz fortsetzt", sagt der Anlagechef.
Auch die Bewertungen seien trotz höherer Aktienkurse nicht gestiegen. Im Gegenteil: "Im Gegensatz zur Dotcom-Blase im Jahr 2000 sind Aktien im Verlauf des aktuellen Bullenmarktes günstiger geworden", so der Investmentstratege. Das Forward-KGV des S&P 500 sank demnach von 20,8 im August 2024 auf 19,8 im August 2026.
Japan und Schwellenländer im Fokus
Konkret setzt Kemper auf Emerging Markets wie Südkorea und Taiwan. Beide Märkte würden vom Ausbau der KI-Infrastruktur enorm profitieren, und Korea verzeichne zudem eine starke gesamtwirtschaftliche Aktivität. Zuversichtlich ist er auch für Japan: "Die Wirtschaft profitiert von einer expansiven Fiskalpolitik und steigenden Reallöhnen." Darüber hinaus sei das Land gut positioniert, um von strukturellen Trends wie KI und Automatisierung zu profitieren. Für Europa und die USA behält er eine neutrale Gewichtung bei. Grund seien unter anderem politische Unsicherheiten in Europa und Konzentrationsrisiken am US-Markt.
Um die Inflation sorgt sich Kemper übrigens kaum: Die US-Kerninflation dürfte sich seiner Meinung nach weiter abschwächen und der US-Notenbank sogar Spielraum für künftige Zinssenkungen geben. Auch die Anleihen-Renditen dürften sich laut Kemper wieder normalisieren. (jh)












