Die offizielle Inflationsrate hat nichts mit den tatsächlichen Lebenshaltungskosten zu tun. Zu dieser Einschätzung kommt Rolf Ehlhardt, Vermögensverwalter bei I.C.M. Independent Capital Management. "Für mehr als 70 Prozent der Deutschen setzt sich die private Inflation hauptsätlich aus Mieten, Energiekosten, Benzin und Nahrungsmitteln zusammen", sagt Ehlhardt. Er rechnet vor: Mieten plus neun Prozent, Energiekosten plus zehn Prozent, Benzin plus 15 Prozent und Nahrungsmittel plus sechs Prozent. 

Das Statistische Bundesamt errechne daraus eine Inflationsrate von 2,1 Prozent. "Diese Berechnung ist falsch", sagt Ehlhardt. So ließen Gewichtungen sich im Sinne des Ergebnisses verändern. Auch technische Fortschritte würden aus dem Preisanstieg herausgerechnet – und Qualitätsverschlechterungen nicht berücksichtigt. 

Wahre Inflation bei sechs Prozent
Ehlhardt verweist auf Gunther Schnabl, Leiter des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig: Dieser kritisiere, dass die kräftig gestiegenen Preise für Bauleistungen, Aktien und auch Gebühren der öffentlichen Hand gar nicht in der Statistik auftauchten. "Er errechnet, dass bei Berücksichtigung all dieser Daten die Teuerung bei etwa sechs Prozent liegen würde", so der Vermögensverwalter. Er ermahnt Anleger, sich rechtzeitig für den Fall abzusichern, dass die Inflation über das erträgliche Maß hinaus steigt. (fp)