In unruhigen Zeiten gilt Gold als sicherer Hafen. So erfreute sich das Edelmetall gerade zum Beginn der Pandemie großer Beliebtheit. Doch die ersten Schocks sind längst verkraftet, vor allem in den Industrieländern geht es mit den Impfungen voran. Die Aktienmärkte haben sich wieder erholt und stehen auf Wachstumskurs. Gleichzeitig lässt das Interesse an Gold nach.

Das zeigen Daten des global tätigen Handelsunternehmens Bullionvault. Demnach sank das Interesse am Goldkauf unter westlichen Privatanlegern im April auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Coronakrise. "Goldinvestitionen spiegeln in der Regel den Grad der wirtschaftlichen und finanziellen Ängste wider. Daher ist es keine Überraschung, dass das Interesse gesunken ist", sagt Adrian Ash, Leiter des Bereichs Research bei Bullionvault. 

Der globale Goldinvestor-Index fiel laut Bullionvault im letzten Monat um zwei Punkte auf 55,4 und stellt damit den niedrigsten Stand seit Februar 2020 dar. Deutsche Privatanleger sind dabei etwas weniger erpicht darauf, sich von Gold zu lösen, als Anleger aus anderen westlichen Ländern. Der deutsche Goldinvestor-Index fiel im April von 62,9 auf 59,3. Trotzdem hat auch hierzulande die Nachfrage abgenommen: der Wert entspricht dem niedrigsten seit Januar 2020 und liegt nur 0,8 Punkte über dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019. Mit dem Virus schwindet scheinbar auch das Interesse an dem Edelmetall. Insgesamt liegt die Nachfrage allerdings trotzdem noch deutlich über den Volumina vor dem Ausbruch der Pandemie. 

Ungewissheit bleibt 
"Während die Aktienmärkte für einen historischen Boom eingepreist sind, wächst die Zahl der Menschen, die Gold als eine Möglichkeit zur Streuung ihres Anlagerisikos halten, weiter an", sagt Ash. Seiner Meinung nach ist das wahre Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens der Pandemie fast so ungewiss, wie die Pläne zur Reduzierung der rekordhohen Stimulierung durch die Zentralbanken oder der Staatsverschuldung. (fp)