Ende Januar war es wieder soweit: Als erstes Dax-Unternehmen läutete Siemens am 30. Januar die Dividendensaison 2019 ein. Die Deka Bank prognostiziert 2019 Ausschüttungen allein vonseiten deutscher Gesellschaften in Höhe von rund 52,4 Milliarden Euro für das zurückliegende Geschäftsjahr. So wieit, so spendabel.

Doch eine hohe Dividendenrendite allein ist noch kein Garant für Qualität, sagt Ralph Rickassel von der Vermögensverwaltung PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf. Das zeigt das Beispiel der deutschen Autobauer. Daimler etwa zahlt regelmäßig eine hohe Dividende. Im vergangenen Jahr waren es 3,65 Euro je Aktie. Für 2019 erwarten Analysten die gleichen Ausschüttungen, was bei einem aktuellen Kurs von 51,80 Euro einer satten Dividendenrendite von sieben Prozent entspricht. Aber: Zugleich ist eben der Aktienkurs deutlich gefallen. "Die Kursverluste der Automobilwerte sind dem Abgasskandal, den Handelsstreitigkeiten und den Versäumnissen bei der Entwicklung elektrisch angetriebener Fahrzeuge geschuldet", erklärt Rickassel.

Autobauer sind nicht wie andere Unternehmen in Sippenhaft genommen worden, sondern mitverantwortlich für die Marktschwäche. Gleiches gilt für Energieunternehmen, die historisch zu den verlässlichstten und großzügigsten Dividendenzahlern zählen. "Auch hier sind die Zukunftsaussichten nach der eingeleiteten Energiewende und dem abzusehenden Kohleausstieg unsicher, was sich wiederum in den Kursen dieser Unternehmen widerspiegelt", sagt der Vermögensprofi.

Genaues Hinschauen lohnt sich
Für umsichtige Dividendenfans empfiehlt sich der Blick auf die sogenannten Dividenden-Aristokraten. Als solche werden Unternehmen bezeichnet, die nicht nur 25 Jahre lang ohne Unterbrechung Dividenden gezahlt, sondern diese auch kontinuierlich erhöht haben. "Wer dies über ein Vierteljahrhundert geleistet hat, sollte über ein solides Geschäftsmodell verfügen", sagt Rickassel. Doch auch hier lohnt sich genaueres Hinschauen: Manchmal ist es besser, wenn Unternehmen ihre Überschüsse in Forschung und Entwicklung investieren, statt das Geld auszuschütten. (fp)