Anleger müssen aufpassen, nicht in alte Muster zu verfallen, mahnt Rolf Ehlhardt, Vermögensverwalter bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung in Mannheim. Der Verlauf vor einer Krise ist jedes Mal der gleiche: Erst fragen sich Anleger, welches Segment die Krise überstehen wird. Dann kommen alle synchron zu der Erkenntnis: Es sind die Edelmetalle. Daraufhin steigt deren Preis immer weiter – bis er vielen Anlegern schließlich zu hoch ist. In der Krise fehlt ihnen dann die Kapitalversicherung Gold im Depot.

Noch befindet sich Europa in einem Stadium der allgemeinen Zufriedenheit. Wie lange dieser Zustand anhalten wird, ist allerdings unklar, mahnt der Vermögensprofi. "In Italien und Frankreich wächst bereits die Bereitschaft zur Gewalt als Ergebnis der Unzufriedenheit", sagt er. In Europa hat die Europäische Zentralbank (EZB) bereits ihr Pulver verschossen. "Sie könnte höchstens ihre Zinserhöhungsstrategie ab Herbst 2019 aussetzen und die Wertpapierkäufe wieder aufnehmen", so Ehlhardt.

Der Druck steigt
In den Medien mehren sich bereits die Artikel, die vor einem Crash an den Kapitalmärkten warnen. Zugleich fällt der deutsche Leitindex Dax immer weiter: Seit 2016 mussten Anleger hier einen Verlust von 1,7 pro Jahr Prozent hinnehmen. Nur der US-Aktienindex Dow Jones legte seit 2016 um 32 Prozent zu, US-Präsident Donald Trump sei Dank. Zum Vergleich: Gold hat seit 2016 mehr als 20 Prozent an Wert gewonnen. "Der psychologische Druck auf den Märkten erhöht sich bereit", sagt Ehlhardt. (fp)