Unsichere Zeiten stehen bevor: Die Korrektur der vergangenen Wochen hat vielen Anlegern stark zugesetzt. Ihre Hoffnung, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) werde angesichts der herben Börsenverluste nun Nachsicht walten lassen, dürfte sich allerdings nicht erfüllen: "Die Fed hat Ansagen gemacht, die restriktiver sind als bislang erwartet", sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. Das gelte insbesondere beim Quantitative Tightening (QT), also dem Bilanzabbau der Notenbank. Im letzten Zyklus gab es in einem ersten Schritt Zinserhöhungen, nämlich bereits 2015. Erst nachdem diese wirken konnten, begann die Fed im Jahr 2018 mit dem QT.

Jetzt soll es schneller gehen: "Die Fed hat verkündet, dass bereits 'nach Beginn' des Zinserhöhungszyklus, der aller Wahrscheinlichkeit nach auf der März-Sitzung beschlossen werden wird, das QT starten soll", sagt Bente. Was "nach Beginn" heißt, ist zwar noch unklar. Bente folgert jedoch daraus, dass die allmählichen Ausbremsungen nicht erst in ein paar Jahren, sondern noch 2022 beginnen. "Wir gehen von hyperstimulativ in relativ kurzer Zeit zu restriktiv und es wäre stark verwunderlich, wenn das nicht zu größeren Verwerfungen an den Aktienmärkten führt", warnt Bente. Zwar geht er nicht von einem abrupten Crash aus, sieht die Bärenmarkt-Wahrscheinlichkeit im Laufe dieses Jahres jedoch um "ein ganzes Stück" gestiegen. (fp)