Im laufenden Jahr wird die Politik die Börsen erneut auf Trab halten, prophezeit Thomas Buckard, Vorstand der Wuppertaler Vermögensverwaltung MPF. Er nennt als Beispiele den Handelsstreit zwischen den USA, China und der Europäischen Union sowie den nahenden Brexit. Diese und andere politische Risiken werden wohl erneut für höhere Schwankungen an den Aktienmärkten sorgen, so Buckard. Die gute Nachricht: Die hohe Volatilität dürfte immer wieder interessante Einstiegschancen eröffnen.

Aktienanleger haben die politischen Risiken überwiegend eingepreist, schätzt der Anlageprofi. "Mehr noch: Die Kurse sind so schnell und tief gefallen, dass eigentlich nur eine Rezession das mittlerweile niedrige Niveau rechtfertigen würden", sagt er. So hat der Dow Jones seit seinem Hoch Anfang Oktober um mehr als 13 Prozent nachgegeben. Der Nasdaq hat mit minus 17 Prozent sogar noch mehr verloren. Mehrere Einzelwerte wie Apple und Facebook haben sich um 30 Prozent oder mehr verbilligt.

Zukäufe sind sinnvoll
Unterm Strich ist die Lage an den Finanzmärkten besser als die Stimmung, sagt Buckard. "Aufgrund des nach wie vor sehr negativen Sentiments sollten Anleger jedoch nicht mit Vollgas ins neue Jahr starten", warnt er. Grund: Die Börsen neigen zum Überschießen – sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. "Aber die ersten Zukäufe an schwachen Tagen machen sicherlich Sinn", so der Vermögensverwalter. Und für schwache Tage werden Politiker voraussichtlich auch im neuen Jahr immer wieder sorgen. (fp)