Seit Jahren verharren die Zinsen bei null, nun diskutieren einige Geschäftsbanken sogar Strafgebühren für Sparer. Michael Thaler, Vorstand des Vermögensverwalters Top Vermögen, empfiehlt deshalb, dringend auf Aktien umzusteigen. "Viele solide europäische Aktien handeln mittlerweile am oder unter dem Buchwert. Die Kurse bewegen sich auf einem Niveau von 2015. Und die Dividenden sind äußerst attraktiv", argumentiert er.

Ein Anstieg der Zinssätze ist in naher Zukunft nicht in Sicht. Zugleich steigen durch die Notenbankpolitik die Kosten der Sparkassen und Banken. Irgendwann werden sie diese an die Sparer weitergeben müssen. Die Förderbank KfW erwägt inzwischen sogar, Kredite mit negativen Zinsen auszugeben. Auch mit Staatsanleihen lassen sich keine Erträge generieren: In diesem Monat war erstmals die Rendite sämtlicher deutscher Staatsanleihen negativ.

Recherchieren lohnt sich
Anleger sollten angesichts dieser Lage ein besonderes Augenmerk auf dividendenstarke Aktien legen, sagt Thaler: "Die Dividende kann für bis zu 50 Prozent der Ertragsperspektiven eines Aktieninvestments stehen." Er empfiehlt sorgfältig zu recherchieren, welche Unternehmen ihr Versprechen auf Dividende über Jahrzehnte hinweg halten konnten, ohne die eigene Substanz anzugreifen. Auch Unternehmen, die Gewinne clever reinvestieren, hält Thaler für besonders attraktiv. (fp)