Gold gilt jeher als Sicherheitsanker für Sparer. Dass als Metapher für Immobilien-Investments hierzulande der Begriff "Betongold" verbreitet ist, scheint da nur folgerichtig zu sein. Er suggeriert, dass die eigenen vier Wände einen sicheren Schutz gegen Wertverfall bieten. Doch genau diese Scheingewissheit kann Investoren in die Irre führen, warnt Christian Dagg, geschäftsführender Gesellschafter der Brilliant Vermögensverwaltung. Er verweist auf Zahlen der Bundesbank: So lägen die Preisübertreibungen bei Immobilien für das Jahr 2020 rund zen bis 30 Prozent über den Werten, die fundamental gerechtfertigt wären.

Hinzu kommen erhöhte Blasen-Risiken, die der "Global Real Estate Bubble Index" der UBS Städten wie Frankfurt am Main oder München bescheinigt. Doch auch ein Zinsanstieg könnte laut Dagg für empfindliche Wertverluste bei Immobilien sorgen. Ein Blick auf die Statistik zeige, dass die Wohnungspreise hierzulande zum Beispiel zwischen 2004 und 2011 gefallen sind. Wer langfristig in Immobilien investiert, sollte einen zeitweise möglichen Preisverfall in Höhe von 30 bis 50 Prozent einkalkulieren, rät der Experte.  

Viel Eigenkapital nötig
Um Finanzierungsrisiken zu mindern, empfiehlt er deshalb Folgendes: "Wenn das gesamte Vermögen eines Haushalts im Eigenheim steckt und es sich um eine sehr spezielle Immobilie handelt, dann sollte die Finanzierung mit höchstens 30 Prozent Fremdkapital erfolgen, bei einer Standardwohnung oder einem Standardhaus sollten es maximal 50 Prozent sein." Sollte das nötige Eigenkapital für eine solche Finanzierung fehlen, ist es laut Dagg klüger, weiter zur Miete zu wohnen und sein Geld anderweitig anzulegen. (fp)