Längst ist das Thema Nachhaltigkeit keine Mode mehr, sondern eine Notwendigkeit. In so gut wie allen Lebensbereichen kommen Anbieter nicht umhin, grüne Lösungen zu suchen. Die Verlierer: Fossile Brennstoffe, allen voran Öl. "Der Schmierstoff der Weltwirtschaft verliert seine Funktionen bei der Energiegewinnung, bei der Mobilität, und angesichts der regulatorischen Bestrebungen zur Eindämmung von Plastik auch bei der Herstellung von Kunststoffen", sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer beim digitalen Vermögensverwalter Fundamental Capital mit Sitz in Köln. 

Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2020 mehr als die Hälfte zur Stromproduktion in Deutschland beigetragen. Auch ohne Förderung durch den Staat sind Solaranlagen und Windparks inzwischen wettbewerbsfähig. "Mittlerweile hat die Verdrängung des Rohstoffs eine solche Dynamik gewonnen, dass es sich möglicherweise nicht mal mehr um ein volles Jahrzehnt handelt, bis Öl seine führende Rolle verliert", sagt Zimmer. Schon jetzt spiegelt sich das in den Ölpreisen wider. Zwar ist der Ölpreis in den vergangenen Tagen um zehn Prozent, von 37 auf 41 US-Dollar je Fass, gestiegen. "Damit hat er zum ersten Mal wieder den Stand von 2015 erreicht. Und ist trotzdem nur halb so teuer wie in den Jahren ab 2011, wo seine Basis rund um 80 Dollar lag. Es ist ein langsames Siechtum – aber es wird enden", sagt Zimmer voraus.

Schmerzloser Abschied
Anstatt dem alten Schmierstoff hinterher zu trauern, sollten sich Anleger lieber freuen, sagt Zimmer: "Schließlich kommen mit neuen Technologien auch neue Unternehmen auf den Markt. Die Möglichkeit also, früh in die Gewinner von morgen zu investieren." Zu den Gewinnern der Zukunft gehören seiner Meinung nach Wasserstoffaktien, Hersteller klimaneutraler oder biokompostierbarer Kunststoffe und natürlich Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien. "Was heute fast nur über Private-Equity-Investments zugänglich ist, wird schon bald den Weg in Fonds oder auch an die Börse finden. Dann lohnt es sich zuzugreifen. Und dem Öl endgültig Lebewohl zu sagen", sagt Zimmer. (fp)