Mit Rohstoffen lassen sich durchaus Gewinne erzielen – allerdings nur, wenn Investoren sich intensiv mit dem Thema befassen. "Bei Rohstoff-Aktien entscheidet das Timing über die Renditechancen", sagt Helge Müller, Chief Investment Officer bei Genève Invest.

Der Rohstoff-Markt ist volatil. Die niedrigen Gewinnmargen in der Branche können bei heftigen Preisbewegungen der Rohstoffe schnell dazu führen, dass Unternehmen hohe Verluste generieren. "Man muss den Markt deshalb ständig beobachten und schnell reagieren", sagt Müller.

Rohstofffirmen gelten aufgrund des komplexen Marktumfelds als riskant. Deshalb müssen sie höhere Zinsen bieten, wenn sie sich mit Hilfe von Anleihen Kapital borgen wollen. "Für Anleger bietet das Chancen", sagt Müller. Denn entgegen der gängigen Meinung sind viele Unternehmen bei der Finanzierung eher konservativ unterwegs. Das Risiko eines Zins- oder Rückzahlungsausfalls ist nach Einschätzung des Experten oft nicht höher als bei Unternehmen anderer Branchen.

Zertifikate haben ein Konstruktionsproblem
Rohstoff-Zertifikate dagegen haben ein grundsätzliches Problem: Sie investieren nicht in Rohstoffe, sondern in Futures auf Rohstoffe. Futures sind Kontrakte, die nach einer bestimmten Zeit auslaufen und dann erneuert werden müssen. "Dieses sogenannte Rollen erzeugt hohe Kosten", erklärt Müller. Ganz gleich, wie sich die Rohstoffpreise entwickeln, ist daher die Chance, langfristig mit Rohstoff-Zertifikaten Geld zu verdienen, eher gering. (fp)