Die sinkenden Aktienkurse am Ende des Jahres 2018 waren nicht nur eine Korrektur, ist sich Uwe Zimmer sicher, Geschäftsführer der digitalen Vermögensverwaltung Fundamental Capital in Köln. Er bewertet die Einbrüche vielmehr als Beginn eines Bärenmarktes. Folgen weitere Notenbanken dem Beispiel der US-amerikanischen Fed und schneiden den Markt von zusätzlicher Gratis-Liquidität ab, werden die Bewertungen keine Kurssteigerungen mehr hergeben. Im Gegenteil: "Die Kurse würden noch deutlich weiter nach unten sacken", betont der Experte. 

Zimmer sieht insbesondere ein Problem: Hauptkäufer von Aktien waren in den vergangenen Jahren US-amerikanische Unternehmen. Sie nahmen Kredite zu Billigkonditionen auf, um eigene Aktien zurückzukaufen oder die Aktien anderer Unternehmen zwecks Übernahme. Und das unabhängig davon, ob sie eine erstklassige Bonität hatten oder nicht. "Sie haben Eigenkapital durch Fremdkapital ersetzt", sagt Zimmer. Nun müssen die Unternehmen einen immer größeren Teil der Umsätze für die Kredittilgung aufwenden – und das führt zu schrumpfenden Gewinnen. 

Gewinnerwartungen der Investoren sind das Problem
Gleichzeitig sind die Gewinnerwartungen hoch, sagt Zimmer. Viele Unternehmen könnten sie nicht erfüllen – und das wiederum lasse die Kurse sinken. "Angesichts des Drucks auf die Gewinne durch steigende Zinsen und die ohnehin hohen Bewertungen ist es ziemlich sicher, dass die Bären jetzt losmarschieren werden", sagt er. Unter den Unternehmen am Markt gebe es zwar immer noch Perlen. Investoren sollten aber trotzdem vorsichtig sein. (fp)