Vor zehn Jahren reichte es, in europäische Unternehmensanleihen guter Bonität zu investieren und jährliche Zinszahlungen in Höhe von rund vier Prozent zu kassieren. Seither hat sich viel geändert. Die ultralockere Geldpolitik hat die Zinsen dahinschmelzen lassen, im Frühjahr 2021 warfen die Papiere im Schnitt nur noch 0,6 Prozent ab – bei einer Laufzeit von sieben bis zehn Jahren. "Zieht man hiervon noch die jährliche Inflation von aktuell ein bis zwei Prozent ab, verlieren Anleger durch ein solches Investment real sogar an Kaufkraft", sagt Jürgen Mehrbrei, Gründer und Geschäftsführer der Unikat Vermögensverwaltung. 

Doch es gibt eine Alternative: dividendenstarke Aktien. So liegt die Dividendenrendite der 50 größten europäischen Aktiengesellschaften mit aktuell 3,5 Prozent weitaus höher als der durchschnittliche Zins auf entsprechende Unternehmenschuldtitel. Dividendenaktien wirken zudem stabilisierend im Depot, da viele Investoren vor allem an den regelmäßigen Erträgen interessiert sind und über einen Verkauf nur selten nachdenken. "Dies hat zur Folge, dass auf kurzlebige Unternehmensnachrichten weniger stark reagiert wird, was extreme Kursschwankungen verringert", erklärt Mehrbrei.

Sorgfältige Auswahl
Investoren sollten darauf achten, in bilanziell gut aufgestellte Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen zu investieren und diese Qualitäten auch laufend zu überprüfen. Denn bei Dividendenwerten gilt: Je reifer und etablierter ein Unternehmen ist, desto eher ist es bereit, eine hohe Gewinnbeteiligung zu bezahlen. "Einige Branchen 'produzieren' zudem planbare Einnahmen und Cashflows und sind dadurch eher in der Lage, regelmäßig und – im besten Fall – auch kontinuierlich steigende Dividenden zu zahlen", so der Experte. (fp)