Aus der Untersuchung "How Banks Can Prepare for the Looming Credit Crisis" des Beratungsunternehmens Accenture geht hervor, dass Banken weltweit allein in diesem Jahr schätzungsweise 2,4 Prozent ihrer ausstehenden Kredite zur Deckung von Verlusten aus nicht länger bedienten oder notleidenden Kreditlinien zurücklegen werden müssen – das wäre schon jetzt fast doppelt so viel, wie die Abschreibungssumme während der globalen Finanzkrise 2008. 

Nach Einschätzung von Accenture benötigen die Finanzinstitute im Jahr 2020 zusätzlich 265 bis 335 Milliarden Euro zur potenziellen Abschreibung notleidender Kredite. So könnten Banken in den USA im Jahr 2020 bis zu 320 Milliarden US-Dollar abschreiben, was einem Anstieg von 265 Milliarden US-Dollar ab 2019 entspricht. Chinesische Banken können im gleichen Zeitraum Abschreibungen in Höhe von bis zu 360 Milliarden US-Dollar vornehmen – ein Anstieg von 190 Milliarden US-Dollar in Relation zu 2019. Europäischen Banken drohen 2020 bis zu 415 Milliarden Euro für die Deckung pandemiebedingter Kreditverluste. Zum Vergleich: 2019 legten sie gerade mal 80 Milliarden Eurohierfür beiseite.

"Die Banken werden sorgfältig wirtschaften müssen, um das richtige Gleichgewicht zwischen der finanziellen Rettung ihrer Kunden und dem Schutz der eigenen Rentabilität und Solvenz zu finden", sagt Markus Hamprecht, Leiter des Bereichs Financial Services für die DACH-Region  bei Accenture. "Dies verlangt schwierige Entscheidungen zwischen Kreditverlängerungen, die finanziell überlebensfähigen Kunden helfen, und der Verschleppung einer unvermeidbaren Zahlungsunfähigkeit." (mb)


Die ausführliche Studie in englischer Sprache ist hier abrufbar.