Für einen Kredit mit 25 Jahren Laufzeit und zehn Jahren Fixzinsbindung gibt es erstmals seit drei Quartalen wieder einen rückläufigen Wert. Das zeigt der aktuelle Indikator des Kreditmaklers Infina. Der durchschnittliche Nominalzinssatz liegt demnach bei 1,97 Prozent (nach 2,1 Prozent im Quartal davor), effektiv waren 2,42 Prozent zu berappen (2,55).

Umgekehrt verhält es sich bei den variabel verzinsten Krediten. Hier kam es nach einer langen Phase des Absinkens – die uns vorliegenden Daten reichen ins erste Quartal 2016 – zu einer deutlichen Steigerung: Nominal kletterte der Zins von 0,98 auf aktuell 1,18 Prozent an, und effektiv sehr kräftig von 1,38 auf 1,60 Prozent. Variabel verzinste Kredite verlieren somit gegenüber Fixzinsbindungen immer mehr an Attraktivität, heißt es in einer Aussendung.

Keine hohen Steigerungen erwartet
Hintergrund sei der Wettbewerb der Banken um Fixzins-Kunden: "Die meisten Banken rechnen offensichtlich nicht mit stark steigenden Zinsen. Deshalb streben sie danach, über Fixzinsbindungen möglichst lange höhere Zinserträge zu lukrieren", erklärt sagt Peter Hrubec, Prokurist bei dem österreichischen Kredit-Broker. "Zahlreiche Banken versuchen die Negativzinsphase einfach auszusitzen, indem sie auf Zeiträume von zwei bis fünf Jahren den Zinssatz fixieren", so Hrubec.

Bei variablen Krediten versuchen die meisten Banken derzeit, die Margen auf den Euribor anzuheben: Von den beobachteten zwölf Banken haben neun ihre Aufschläge bei variabler Verzinsung erhöht. Im Schnitt erhöhten die Banken vom 3. Juli bis 2. Oktober ihre Margen um knapp 0,2 Prozentpunkte auf durchschnittlich 1,512 Prozent. Das ist der höchste Stand seit dem 3. Quartal 2015. (eml)