Vom steigenden Goldpreis haben nicht alle Anleger profitiert, meint Joe Foster, Portfoliomanager bei Van Eck, angesichts der Rally dieses Jahres. Vielen Renditesuchern stecke noch die Korrektur von 2016 in den Knochen, als Gold und Goldaktien nachgaben und sich ihre Preise dann drei Jahre lang kaum bewegten. Aktienanleger seien aufgrund der damaligen Entwicklung verständlicherweise vorsichtig und zögern, sich derzeit zu engagieren, so Foster. "Da die Korrektur nun in Bewegung ist, sieht es so aus, als würden wir bald herausfinden, ob 2019 ein weiteres Strohfeuer oder der Beginn einer neuen Hausse war“, erklärt Foster – und nennt Gründe für einen steigenden Goldpreis.

Das makroökonomische Umfeld sei heute viel unterstützender als 2016. Sowohl die wirtschaftliche Expansion als auch die allgemeine Aktienhausse sind mittlerweile die längsten seit dem Bestehen von Aufzeichnungen. Das globale Wachstum verlangsamt sich grundlegend. Die realen Zinsen sind gesunken und dürften auf absehbare Zeit weiter zurückgehen.

Charttechnik stimmt zuversichtlich
Vor 2019 lag die obere Widerstandslinie für Gold bei 1.365 US-Dollar. Sobald der obere Widerstand gebrochen ist, wird er laut Foster oft zur unteren Unterstützung. Daher könnte Gold bei der aktuellen Korrektur bis auf 1.365 US-Dollar nachgeben und dennoch einen starken Aufwärtstrend beibehalten.

Es sei ebenfalls möglich, dass sich Gold auf höheren Niveaus konsolidiert, beispielsweise im Bereich von 1.400 bis 1.450 US-Dollar. Diese Korrektur kann innerhalb eines Monats erfolgen oder bis zum Jahresende andauern. "Während wir die Details erst im Nachhinein kennen werden, deuten die starken makroökonomischen Treiber darauf hin, dass diese Korrektur nur eine Bodenwelle und nicht die Endstation sein wird. Angesichts der Entwicklung von Gold im bisherigen Jahresverlauf wären wir auch nicht überrascht, wenn unsere Erwartungen übertroffen werden“, erklärt Foster abschließend. (aa)