Jerome Powell hat den Märkten gegeben, wonach diese verlangten: Am Mittwoch (30. Oktober) hat die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins ein weiteres Mal um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Es ist die dritte Zinssenkung in Folge seit Juli. Damit liegt der Leitzins nun in einem Korridor von 1,5 bis 1,75 Prozent. 

Mit der Zinssenkung hat Powell all jene beruhigt, die sich Sorgen um die US-Konjunktur machen, meint die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) beobachtet zu haben. Zugleich machte er aber auch klar, dass die Notenbank die US-Wirtschaft nicht auf ewig unterstützen wird. So ließ Powell in der begleitenden Pressemitteilung den Passus streichen, dass die Fed "wie vorgesehen handeln wird, um das Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten". Stattdessen verkündete die Notenbank laut NZZ, dass sie die "Auswirkungen eingehender Informationen auf den Konjunkturausblick überwachen wird, während sie den geeigneten Weg ihres Zinsziels bewertet."
 
Greenspan machte es vor
Mit anderen Worten: Geht es mit der US-Wirtschaft wieder bergauf, dürfte auch die Ära der Zinssenkungen enden. "Die aktuelle Ausrichtung der Geldpolitik ist demnach wahrscheinlich jene, die angebracht ist, um die Wirtschaft aktuell und auch noch einige Zeit zu unterstützen – vorausgesetzt, nichts wendet sich zum Schlechteren", erläutert Christian Scherrmann, Volkswirt bei der DWS. Sollte dies doch der Fall sein und sich die Wirtschaft entgegen der Erwartungen der Fed entwickeln, so sei die Notenbank "selbstverständlich bereit, sich neu zu orientieren."

Alles in allem erinnert Powells Vorgehensweise an die eines seiner Vorgänger im Amt: "Man wiederholt jene Versicherungsstrategie, die schon Alan Greenspan Mitte der 90er Jahre nutzte, um den U.S Wachstumszyklus um einige Jahre zu verlängern – nur um später die Zinsen erneut zu erhöhen", so Scherrmann. (fp)