Die Zinsen in den USA könnten noch früher und noch stärker steigen als bisher vermutet. So interpretiert das "Handelsblatt" das am Mittwoch (5.1.) veröffentlichte Protokoll der Dezember-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). "Lange hat die Fed darauf gepocht, dass die steigenden Preise nur ein vorübergehendes Phänomen seien", schreibt die Wirtschaftszeitung. "Nun verdichten sich die Anzeichen dafür, wie falsch die Geldpolitiker mit ihrer anfänglichen Einschätzung lagen."

Zudem könnte die Fed damit beginnen, ihre Bilanzsumme zu schrumpfen, interpretiert das "Handelsblatt" das Sitzungsprotokoll. Grund dafür sei die zunehmende Sorge vor anhaltend weiter steigenden Preisen sowie Lieferketten-Engpässe, die länger fortdauern könnten als ursprünglich gedacht respektive gehofft. Die Notenbank ist gerade dabei, ihr Anleihe-Kaufprogramm zurückzufahren, das sie zu Beginn der Pandemie eingeführt hatte. "Das könnte frühestens im März abgewickelt sein, daher könnten dann bereits die Zinsen steigen", schreibt die Zeitung. Die Inflation in den USA war im November auf 6,8 Prozent geklettert - den höchsten Wert seit Juni 1982. (fp)