Während in Deutschland über eine allgemeine Impflicht aktuell noch kontrovers diskutiert wird, nehmen in den USA einige Unternehmen das Zepter selbst in die Hand. Der Internetgigant Google drohte bereits vergangenes Jahr seinen ungeimpften Mitarbeitern mit Gehaltskürzungen und sogar dem Rausschmiss. Auch die amerikanische Großbank Citigroup Inc. macht ernst: "Lassen Sie sich impfen oder Sie werden entlassen", sind künftig die beiden Alternativen für Citigroup-Angestellte, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". 

Bankangestellte, die bis zum 14. Januar nicht geimpft sind, will Citigroup zunächst in unbezahlten Urlaub schicken – allerdings ohne Aussicht auf Rückkehr: In einem von "Bloomberg" eingesehenen Schreiben an die Mitarbeiter heißt es, dass ihr letzter Arbeitstag Ende des Monats sein wird. Beschäftigte, die Anspruch auf Bonuszahlungen zum Jahresende haben, müssen eine Vereinbarung unterzeichnen. Darin müssen sie erklären, dass sie keine rechtlichen Schritte gegen das Unternehmen einleiten werden – nur so können sie den Bonus einstreichen, heißt es in dem Memo. Eine unternehmensinterne Impflicht gilt auch für künftige Bewerber: "Sie sind herzlich eingeladen, sich in Zukunft für andere Stellen bei Citi zu bewerben, solange Sie die Impfbestimmungen von Citi einhalten”, heißt es von Seiten der Bank. 

Auch andere Banken machen DRuck
Konkurrenten wie Goldman Sachs oder JPMorgan Chase hatten ähnliche Impfvorschriften eingeführt. Bislang erlauben ihre Richtlinien es den Mitarbeitern allerdings, eine Impfung zu vermeiden, wenn sie den Büros fernbleiben und ausschließlich von zu Hause aus arbeiten. Mit ihrer rigiden Impfverordnung bezieht sich die Citigroup auf eine neue Anordnung von US-Präsident Joe Biden, wonach Personen, die mit Regierungsaufträgen zu tun haben, sowie alle Personen, die in denselben Büros wie diese Mitarbeiter arbeiten, vollständig geimpft sein müssen. Obwohl diese Anordnung inzwischen rechtlich angefochten wurde, hält die Citigroup an ihrer Entscheidung fest. (fp)