Rekord als Regel: Im vergangenen Jahr erreichte der breite US-Aktienindex S&P 500 insgesamt nicht weniger als 75 neue Höchststände. Das zeigt eine Analyse der zum Quandt-Imperium zählenden Anlagegesellschaft HQ Trust. Mehr Bestwerte gab es nur in den Jahren 2013 und 1995 mit 77 respektive 95 Indexgipfeln. Das Besondere im Jahr 2021 war allerdings, dass der S&P 500 auf insgesamt deutlich mehr Allzeithochs kam als seine zehn Einzel-Sektoren. Das sollten sich all jene Anleger vor Augen führen, die mit ausgesuchten Branchen-ETFs gezielt versuchen, den Gesamtmarkt zu schlagen, kommentiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

Und das gilt umso mehr, je länger der Anlagehorizont: Seit 1995 brach der S&P 500 fast 800-mal sein bisheriges Hoch und damit so oft wie keiner der einzelnen Sektoren, hat Sven Lehmann, Fondsmanager von HQ Trust, in seiner Nachschau herausgefunden. Besonders schlecht schnitt in Relation die IT-Branche ab. Sie musste seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 ganze 16 Jahre lang warten, bis sie einen neuen Börsenhöchststand markieren konnte, so Lehmann. "Aber seit 2000 hat der IT-Sektor mehr Allzeithochs als alle anderen Einzelbranchen und der Index markiert." 

Eine Industrie fällt aus der Reihe
Deutlich erfolgreicher waren da laut HQ-Trust-Daten die beiden Marktsegmente Basiskonsumgüter und Kommunikationsdienste. Der einzige börsennotierte Geschäftszweig, der im abgelaufenen Jahr erneut kein neues Allzeithoch erklimmen konnte, war übrigens die Energiebranche. "Dieser Sektor wartet seit 2014 auf ein neues Allzeithoch", fasst Lehmann abschließend zusammen. (fp)