Mitte Mai hat US-Präsident Donald Trump die Geschäfte der chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE stark eingeschränkt und damit die Tech-Branche auf globaler Ebbene erschüttert. "Der Streit zwischen den USA und China besitzt das Potenzial, die Kraftverhältnisse in der globalen Tech-Branche dauerhaft zu verschieben", sagt Benjardin Gärtner, Leiter des Portfoliomanagements Aktien bei Union Investment. Denn derzeit dürfen die chinesischen Geräte in den USA weder verkauft noch verbaut werden.

Dabei ist Huawei nach Samsung der zweitgrößte Handyhersteller und der größte Hersteller von Telekommunikationsinfrastruktur, sagt Gärtner. Huawei treibt besonders den Ausbau des schnelleren 5G-Netzes voran. Trump hat das Unternehmen nun allerdings von der westlichen Wirtschaft abgekapselt. "Wer hier Großkonzerne auf die Auswechselbank setzt, nimmt in Kauf, ganze Lieferketten zu zerstören", sagt Gärtner.

Stärkt der Streit die Innovationskraft?
Der Streit könne die Branche aber auch beflügeln, sagt der Union-Investment-Experte: "Es besteht die Chance, dass der kurzfristige Schmerz im Reich der Mitte die Entwicklung von Schlüsseltechnologien beschleunigt." Denn die Tech-Unternehmen geraten aufgrund des Handelsstreits unter Zugzwang. Auf Zulieferer aus China können sich die US-Tech-Giganten unter den derzeitigen Umständen nicht verlassen. China wiederum ist von der US-Halbleiter-Industrie abhängig. Beide Seiten sind somit auf eigene Innovation und Produktion angewiesen. (fp)