Es ist kurios, was sich vergangene Woche in den USA abgespielt hat: Die amtierende Staatsanwältin des Eastern Districts von New York, Jacquelyn M. Kasulis, verkündete in einer Pressemitteilung, dass die USA eines der begehrtesten Hip-Hop-Alben der Welt verkauft haben. Die Platte "Once Upon a Time in Shaolin" der New Yorker Band "Wu-Tang Clan" existiert nur ein einziges Mal und hatte zuletzt Martin Shkreli gehört, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Shkreli wurde 2018 zu sieben Jahren Haft verurteilt, wegen Finanzbetrugs in seiner Position als Hedgefondsmanager. 

Das Wu-Tang-Album ersteigerte Shkreli ursprünglich für geschätzte zwei Millionen US-Dollar, den neuen Verkaufspreis sowie den Käufer hält die Staatsanwaltschaft unter Verschluss. Mit dem Erlös sollen Shkrelis verbliebene Schulden bei den US-Behörden beglichen werden. Der Ex-Manager ist eine in der Finanzszene unbeliebte Figur, vor allem aufgrund seines Geschäftsmodells als verkappter Pharmaunternehmer. Er kaufte selten verwendete Medikamente auf und schraubte dank seiner Monopolstellung die Preise in die Höhe. 2015 erlangte Shkreli internationale Bekanntheit, als er mit seiner Firma Turing ein 62 Jahre altes Medikament kaufte und der Preis quasi über Nacht um das 5000-fache anstieg, berichtet die SZ.

Stilles Vergnügen 
Auch der Kauf des Hip-Hop-Albums hat nicht gerade zu seiner Beliebtheit beigetragen – vor allem, weil er sich daran ergötzte, dass andere Menschen sie nicht hören können. Das dürfte vorerst auch so bleiben. Peter Scoolidge, der Anwalt des Käufers, sagte laut New York Times, dass sein Mandant sich an den ursprünglichen Vertrag halten müsse, nach dem die Platte 88 Jahre lang nicht kommerziell veröffentlicht werden dürfe. Der Käufer selbst habe das Album jedoch hören dürfen und sich begeistert gezeigt. (fp)