Die Zeiten, in denen Anlageberater ihren Kunden einfach eine fertige Strategie zum Abnicken vorlegen konnten, neigen sich dem Ende zu. Einer Studie der Direktbank DAB BNP Paribas zufolge wollen junge Menschen ihre Geldanlage verstärkt mitgestalten. Sie wollen in erster Linie beim Ausarbeiten der Anlagestrategie mitreden. Rund 70 Prozent der Befragten äußerten diesen Wunsch. Fast ebenso viele Befragte interessierten sich zudem stark dafür, welche Anlageprodukte Berater konkret auswählten.

Auch in anderen Bereichen unterscheiden sich die Bedürfnisse junger Kunden von denen der älteren Generation. So hat das Gespräch mit dem Vermögensverwalter für junge Menschen nur noch einen geringen Stellenwert – egal, ob es vor Ort, telefonisch, per Videoanruf oder Chat geführt wird. Die Befragten zeigten sich über persönlichen Austausch mit Finanzprofis wenig begeistert: Selbst bei positivem Verlauf stiftet ein solches Gespräch für sie keinen Mehrwert.

Social Media wird wichtiger
Junge Menschen haben heute völlig andere Ansprüche an ihren Finanzberater oder Vermögensverwalter als die ältere Generation, fasst Robert Fuchsgruber, Leiter des B2B-Geschäfts bei DAB BNP Paribas, die Studienergebnisse zusammen. Er ist überzeugt: "Wenn Vermögensverwalter bei dieser Zielgruppe Erfolg haben möchten, müssen sie deutlich digitaler werden."

Insbesondere Social Media dürfte immer stärker an Bedeutung gewinnen. Fast die Hälfte der jungen Zielgruppe erwartet von ihrem Vermögensverwalter einen Auftritt auf Businessplattformen wie LinkedIn oder Xing, 44 Prozent wollen Anlageprofis auch auf eher privat orientierten Portalen wie Facebook, Instagram oder Twitter finden. Nur 22 Prozent erwarten laut BNP Paribas-Studie gar keine Präsenz ihres Finanzexperten im Social Web. (fp)