Comdirect-Kunden haben im Vergleich zum Vorjahr mehr Titel ver- als gekauft. Das geht aus dem aktuellen Brokerage-Index der Onlinebank hervor. Im April sank der Index erstmals in diesem Jahr auf 96,8 Punkte. Im Januar hatte er noch bei 117,5 Punkten gelegen. Ein Wert unter 100 signalisiert, dass die Zahl der Verkäufe die Zahl der Käufe zuletzt überstiegen hat. Der Index für Aktien sank im April von 102,3 auf 94,4 Punkte und war damit größter Treiber für den Rückgang des Brokerage-Index.

Statt Aktien kauften die Comdirect-Kunden verstärkt aktive Fonds zu, der Teilindex erhöhte sich auf 142,5 Punkte. Auch der Teilindex für Rentenpapiere stieg stark von 83,8 auf 105,2 Punkte. "Die neu aufgelegte Unternehmensanleihe des Süßwarenunternehmens Katjes sowie die Aktienanleihe auf Wirecard weckten das Interesse der Anleger", sagt Andreas Lipkow, Marktexperte bei Comdirect.

Erwartungen wurden enttäuscht
Laut Comdirect gibt es mehrere Gründe für die Verkaufsstimmung der Privatanleger. Den Aktienhandel trieb vor allem die Veröffentlichung der Unternehmenszahlen für 2018 voran. Das zeigt unter anderem das Beispiel Apple. Die Aktie des IT-Konzerns gehörte zu den am meisten verkauften Titeln im April. "Die Erwartungen an die Quartalszahlen und Produktpräsentationen waren sehr hoch und konnten nicht erfüllt werden", sagt Lipkow. Deshalb hätten viele Privatanleger die Gewinne der letzten Monate mitgenommen. (fp)