Pensionsvorsorge ist für Österreichs Arbeitnehmer ein essentielles Thema, wie eine von Valida Vorsorge Management beauftragte Umfrage des Marktforschungsinstituts Spectra zeigt. 92 Prozent der Befragten erachten das Thema Vorsorge als wichtig oder sehr wichtig.

Allerdings gibt von den rund 2.000 befragten unselbständig Beschäftigten nur rund jeder Zehnte an, später einmal von der staatlichen Pension gut leben zu können. Wobei mit 13 Prozent Zustimmung die Rate bei Männern beinahe doppelt so hoch liegt wie jene bei Frauen (7 %).

Deutliche Geschlechter-Unterschiede
Allerdings können rund 65 Prozent überhaupt nicht einschätzen, welchen Betrag sie später in der Pension zur Verfügung haben werden. Jene Befragten, die dazu etwas sagen konnten, schätzten ihr Einkommen im Ruhestand im Schnitt auf monatlich 1.143 Euro. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen wird auch hierbei sehr deutlich: Während der verfügbare Betrag von Frauen auf 935 Euro geschätzt wurde, schätzen Männer diesen auf 1.334 Euro.

Österreicher schätzen urchschnittliche Pensionslücke auf 771 Euro
Laut subjektiver Einschätzung rechnen Österreicherinnen und Österreicher mit einer Pensionslücke von durchschnittlich je 771 Euro im Monat. Die jüngeren Befragten sind dabei deutlich pessimistischer. 18- bis 29-Jährige erwarten eine Pensionslücke von 785 Euro. Die 30- bis 39-Jährigen schätzen diese gar auf 904 Euro. "Reformen für die Stärkung der zweiten und dritten Säule, also der betrieblichen und privaten Altersvorsorge, sind dringend notwendig. Aufgrund der demographischen Entwicklung und der damit einhergehenden Alterung der Gesellschaft bröckelt der fiktive Generationenvertrag, auf dem das staatliche Pensionssystem fußt, zusehends. Von einer Kultur der betrieblichen Altersvorsorge, wie sie etwa in der Schweiz oder den Niederlanden besteht, ist man in Österreich noch sehr weit entfernt. Hier gilt es ganz schnell umzudenken", fordert Valida-Vorstandsvorsitzender Martin Sardelic.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Forderungen von Sardelic: Für 83 Prozent jener Arbeitnehmer, die bereits über eine betriebliche Altersvorsorge verfügen, ist es vorstellbar, höhere Eigenbeiträge zu bezahlen, wenn es eine staatliche Förderung dafür gibt. Für 38 Prozent der Befragten wäre ein Recht auf Gehaltsumwandlung ein Anreiz, um zusätzlich in die betriebliche Altersvorsorge einzubezahlen. (mb)