Drei von zehn wohlhabenden Anlegern, die ihr Vermögen einem professionellen Verwalter anvertrauen, planen einen Wechsel innerhalb der nächsten drei Jahre. Das ist das Ergebnis des aktuellen German Wealth Management Research Report 2019 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Für die Studie befragten die Berater weltweit 2.000 vermögende Kunden aus 26 Ländern.

Deutsche Kunden gehören im internationalen Vergleich noch zu den loyalsten: In den vergangenen drei Jahren haben nur 37 Prozent ihrem Vermögensverwalter den Rücken gekehrt. Im europäischen Schnitt sind es gut 43 Prozent. Hauptgründe für einen Wechsel: Niedrigere Gebühren und transparente Preise. Zwei Drittel der wohlhabenden Kunden in Deutschland hinterfragen Kosten generell sehr kritisch und fürchten verdeckte Gebühren. In Europa sind es mit 52 Prozent etwas mehr als die Hälfte aller Kunden.

Passivboom auch im Private Banking
Durchschnittlich zahlen Vermögensverwaltungsklienten – über alle Assetklassen und Strategien hinweg – fixe Entgelte in Höhe von 1,5 bis 1,9 Prozent des gestreuten Investmentvolumens an den Verwalter, zeigen die EY-Daten. Der Wunsch, Kosten zu senken, dürfte erklären, warum passive Vehikel wie ETFs auch im Private Banking immer beliebter werden. Jeweils 31 Prozent der Umfrageteilnehmer haben bereits fest eingeplant oder erwägen, ihre Assets zumindest teilweise auf ETF-Anbieter zu übertragen.

Jenseits dieser Kostenkriterien kommt der kundenorientierten Beratung durch den Vermögensverwalter in Deutschland weiterhin eine hohe Bedeutung zu. 54 Prozent der deutschen Kunden halten die persönliche Beziehung, vor allem in herausfordernden Marktphasen, für besonders wichtig. Im europäischen Schnitt sind es lediglich 45 Prozent. (fp)