Wer hinsichtlich moderner Technologien Berührungsängste hat, für den kommen Fintech-Angebote nicht infrage: Denn ohne Smartphone-App respektive Touchscreen-Tablet geht in Sachen digitaler Finanzangebote nun mal wenig. Doch immer mehr internetaffine Verbraucher vertrauen ihr Geld nicht mehr nur etablierten Banken und Versicherern, sondern auch ihren digitalen Pendants an.

Rund zwei Drittel der deutschen Verbraucher nutzen inzwischen die Angebote diverser Fin- und Insurtechs, nach noch gut einem Drittel vor zwei Jahren. Damit hat sich deren Anteil verdoppelt und entspricht dem internationalen Durchschnitt, wie eine Online-Umfrage des Beratungsunternehmens EY unter 27.000 Verbrauchern in 27 Märkten zeigt, die der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vorliegt. Als Fintech-Anwender galten dabei Verbraucher, die mindestens zwei digitale Angebote nutzen (Geldüberweisungen, Zahlungsverkehr, Kredite oder Versicherungen).

Der typische Fintech-Nutzer in Deutschland ist jung, männlich und verdient gut. Laut der EY-Erhebung nutzen 69 Prozent der hierzulande befragten Männer Fintechs zur Abwicklung ihrer Bankgeschäfte, 60 Prozent sind es unter den Frauen. Wer mehr verdient, ist generell fintech-freundlicher als Menschen mit mittleren bis niedrigen Einkommen. Und, kaum verwunderlich: Mit zunehmendem Alter nimmt die Akzeptanz digitaler Finanzservices deutlich ab. "Fintech-Nutzer arbeiten zudem in urbanen Zentren und stehen neuen Trends aufgeschlossen gegenüber", sagt Christopher Schmitz, Partner von EY. Sie seien eine wichtige Klientel, da sie noch viele Berufsjahre vor sich hätten und potentiell langfristig als Kunden gewonnen werden könnten. (ps)