Die Covid-19-Pandemie hat Sparer in Deutschland desillusioniert. Erklärten kurz vor dem Lockdown im März noch 54 Prozent der Verbraucher, dass sie Geld für späteren Konsum zur Seite legen, waren es im Juni nur noch 45 Prozent. Das geht aus der Sommerumfrage 2020 zum Sparverhalten der Bundesbürger hervor, für die das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen regelmäßig mehr als 2.000 Bundesbürger ab 14 Jahre befragt.

Im Juni notierte die Sparlust der Deutschen damit auf dem tiefsten Punkt seit dem Jahr 2000. In den letzten 20 Jahren lag der Wert immer über 50 Prozent. "Hier zeigt sich eine starke Verunsicherung vieler Sparer, die einem erhöhten finanziellen Druck ausgesetzt sind", sagt Hauptgeschäftsführer Christian König.

Deutsche sparen am liebsten fürs Alter
Dieser Druck macht sich offenbar auch bei der Motivation der Sparer bemerkbar. Das Motiv "Kapitalanlage" nannten im Sommer nur noch 27 Prozent der Befragten als Grund fürs Sparen – im Frühjahr waren es noch 31 Prozent. Weitestgehend stabil blieb das Motiv "Altersvorsorge", das 54 Prozent der Befragten nannten, nach 55 Prozent im Frühjahr. Auch "Wohneigentum" bleibt mit knapp 42 Prozent eine starke Motivation fürs Geld zurücklegen. Das Sparmotiv "Notgroschen" nannten sieben Prozent der Befragten – nach sechs Prozent in der letzten Umfrage. (fp)