Die Handelsstreitigkeiten und das nachlassende Wachstum der Weltwirtschaft verunsichern viele Anleger. Das scheint sich nun auch auf die Anlagestrategie auszuwirken, wie der Comdirect-Brokerage-Index zeigt. Dieser misst das Verhältnis von An- und Verkaufsaktivitäten der Kunden des norddeutschen Online-Brokers. Im Juli ist der Index mit einem Wert von 99,9 knapp unter die Hunderter-Marke gesunken. Das heißt, dass Anleger im vergangenen Monat tendenziell mehr Titel ver- als eingekauft haben.

"Aktieninvestoren glaubten nicht an eine nachhaltige Erholung der Börsen und realisierten Kursgewinne aus dem starken Plus im Vormonat", sagt Andreas Lipkow, Marktexperte bei Comdirect. Schuld daran sei unter anderem der schwankende Dax im Juli. Nicht nur bei Aktien, auch bei Anleihen schwindet das Investoren-Interesse. Die Verkäufe ziehen stark an, wie der Comdirect-Index für Renten zeigt. Dieser hat im Juli mit 65,9 Punkten einen neuen Rekordtiefstand erreicht.

Anleger setzen auf aktive Fonds und ETFs
Statt zu Einzeltiteln hätten die Anleger lieber auf aktiv gemanagte Fonds zurückgegriffen. Der Comdirect-Index hierfür liegt bei 124,6 Punkten und zeigt damit ein deutliches Plus an. Auch ETFs haben mit einem Wert von 104,9 Punkten einen leichten Zugewinn gemacht. "Wir sehen weiterhin eine hohe Kaufbereitschaft bei Anlagen für den langfristigen Vermögensaufbau", erklärt Lipkow die Entwicklung des Brokerage-Index. (fp)